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SPICE - eine erlaubte Droge...?

Ein Vater berichtet dem Kurier gegenüber vom SPICE-Konsum seines 14jährigen Sohnes in NÖ. Ist der Konsum dieser "Kräutermischung" tatsächlich - wie behauptet - erlaubt? Promille.at erläutert den "Rechtsstatus".

Unter dem Sammelbegriff "Spice" (dt: Gewürz) werden - hauptsächlich via Internet - legal erhältliche Gewürz- und Kräutermischungen aus Asien verkauft, die beim Rauchen Wirkungen verursachen, die mit dem Konsum von Cannabis vergleichbar sind. Auch in Österreich erfreuen sich die als "Räucherwerk" bezeichneten Mischungen zunehmender Beliebtheit. Wenn auch der Konsum nicht unter die Bestimmungen des Suchtmittelgesetzes fällt, regelt doch Jugend(schutz)gesetze der Bundesländer unter anderem den Konsum von "ähnlichen" Substanzen. Anhand eines Beispieles aus NÖ erläutern wir den Rechtsstatus.
 

Auszug aus einem Artikel des Kurier vom 28.10.2008:

Ein Vater klagt an: Seinem 14-jährigen Sohn wurde Spice verkauft. Er will die legale Modedroge verbieten lassen. Ein "Spice-Ofen" wird wie Marihuana geraucht.
Wir kennen das Zeug alle nicht, aber die Jungen dröhnen sich damit zu", sagt Wolfgang Grabner, besorgter Vater aus Berndorf. Die exotische Kräutermischung "Spice" mutierte zur neuen - legal erhältlichen - Modedroge. Eigentlich ein Räuchermittel, wird es wie Haschisch mit Tabak geraucht - die berauschende, lang anhaltende Cannabis-ähnliche Wirkung inklusive.
 

Zufällig auf die Spur gekommen:

Zufällig kam Grabner seinem Sohn auf die Spur. Der 14-Jährige hatte im Internet auf einschlägigen Seiten nach "Spice" gesucht. In einem Shop im benachbarten Enzesfeld soll er es auch gekauft haben. "Nur für Freunde", wie er seinem Vater entschuldigend mitteilte.

Fassungslos, dass Haschisch-ähnliche Drogen in Geschäften an Jugendliche verkauft werden, fuhr ein Bekannter mit dem jungen Mann zu besagtem Headshop. Nach nur zwei Minuten kam der Jugendliche wieder heraus - mit 0,3 Gramm Spice, das er problemlos um 3,50 Euro erstanden hat. "Der Dreck ist legal", so in der Aussendung des Kurier weiter. "Erwachsene können ihre Gesundheit ruinieren, womit sie wollen", sagt Grabner. "Aber dass das Zeug an Jugendliche verkauft wird, ist ein Wahnsinn." Der Verkäufer im Headshop wurde mit der Sache konfrontiert. "Wir werden halt künftig Ausweise kontrollieren. Aber eigentlich ist es legal."

Bei der Polizei fand Grabner auch keine Hilfe. "Der Beamte kannte Spice gar nicht, hat sich dann aber bei einem Kollegen erkundigt", schildert Grabner. Fazit. "Da können wir nichts machen. Der Dreck ist "legal", so die Auskunft des Polizeibeamten. Einziger Ausweg: das Tabakgesetz. Da Spice mit Tabak vermischt geraucht wird, könnte man bei unter-16-Jährigen hier ansetzen. "Da sind dann die Eltern die Blöden, weil sie verantwortlich sind", so Grabner.

Wie Drogen-Experte Dr. Günter Gmeiner für den KURIER herausfand enthält die Kräutermischung zahlreiche cannabis- und opiatähnliche Substanzen, die bei Überdosierung auch zum Tod führen können. Der Headshop "Bushplanet" in Wien will in Spice auch chemische Inhaltsstoffe entdeckt haben und hat deswegen den Verkauf der Modedroge eingestellt.

 

Die Promille-Redaktion möchte allerdings am Beispiel Niederösterreichs festhalten:

Das Niederösterreichische Jugendgesetz regelt in § 18 den Bereich des Alkohols, Drogen.....oder ähnlichen Stoffen. Absatz 3 leg cit besagt:

"Junge Menschen dürfen Drogen und Stoffe, die geeignet sind, rauschähnliche Zustände, Süchtigkeit, Betäubung oder physische und psychische Erregungszustände hervorzurufen und nicht unter das Suchtmittelgesetz, BGBl. I Nr. 112/1997 in der Fassung BGBl. I Nr. 51/2001 fallen, nicht besitzen, verwenden oder zu sich nehmen. Dies gilt nicht, wenn deren Anwendung über ärztliche Anordnung zu Heilzwecken erfolgt."

Auch die Jugend(schutz)gesetze anderer Bundeländer haben ähnlich lautende Bestimmungen.

Für weitere Fragen steht Ihnen die Promilleredaktion oder unser Rechtsvertreter gerne online zur Verfügung.

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